Architekten
holger meyer gmbh

Eschborn
Architekten
holger meyer gmbh
Bauherr
WÖHR + BAUER
Fläche
10.890m²
Vernetzte Geräte
96 Raumbediengeräte,712 Bewegungsmelder, 222 BACnet-Geräte, 277 Ventile
Projektdauer
2024 - 2025
Anwendungsfälle
Raumsensorik (Belegung, Temperatur, Luftfeuchte, Helligkeit, CO₂), App-Steuerung von Licht, Temperatur und Sonnenschutz, Energiemonitoring, Raum- und Parkplatzbuchung
Um Ressourcen zu sparen, setzt die Immobilienwirtschaft zunehmend auf Umbau statt Neubau. Projekte, die dabei ein ganzheitliches, an den Klimaschutzzielen ausgerichtetes Konzept verfolgen, sind trotzdem selten. Das MERGENTHALER in der Mergenthalerallee 38–40 in Eschborn ist eines davon: Das familiengeführte Immobilienunternehmen WÖHR + BAUER hat den bestehenden Rohbau weiterverwendet, geschickt erweitert und mit modernster Technik ausgestattet. Entstanden ist ein Bürogebäude mit rund 10.890 m² Mietfläche auf sieben Geschossen, das den Neubaustandard sogar übertrifft.
„Das MERGENTHALER wurde vollständig entkernt, technologisch und energetisch optimiert und mit einer ästhetischen Fassade neu gestaltet. So bieten wir Qualität und Komfort, die Neubauniveau noch übertreffen“, erklärt Wolfgang Roeck, Gesellschafter und Geschäftsführer der WÖHR + BAUER GmbH.
Grundlage der Energieversorgung ist Geothermie, ergänzt durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auf dem Dach. Einen Teil des Stroms für die Wärmepumpen liefert eine rund 300 m² große Photovoltaikanlage auf Dach und Pergolen, der Rest wird über Ökostrom gedeckt. Fossile Brennstoffe kommen im MERGENTHALER nicht mehr zum Einsatz. Der Endenergiebedarf liegt rund 68 Prozent unter dem Referenzwert für Neubauten, und bei der Errichtung wurden im Vergleich zu einem Neubau 42 Prozent weniger CO₂ ausgestoßen.
Das Gebäude erfüllt den KfW-55-EE-Standard, ist nach LEED „Platinum“ zertifiziert und wurde von der DGNB hinsichtlich EU-Taxonomie verifiziert. Für seine Konnektivität hat es zudem eine WiredScore-„Platinum“-Zertifizierung erhalten.
Damit diese Effizienz auch im täglichen Betrieb ankommt, braucht es Daten. Als Technologiepartner hat BlueRange im MERGENTHALER zahlreiche Sensoren per Funk vernetzt. Pro Raum werden Belegung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit und CO₂-Wert erfasst und in einem zentralen „Building Brain“ zusammengeführt und ausgewertet. So verbraucht das Gebäude immer nur so viel Energie, wie die aktuelle Nutzung erfordert, und alle gebäudetechnischen Anlagen lassen sich dynamisch und energetisch optimiert regeln.
Für Mieter bedeutet das zweierlei: Statt sich auf jahrealte Verbrauchsabrechnungen zu verlassen, können sie aktuelle Verbrauchsdaten jederzeit abrufen und gezielt optimieren. Das erleichtert auch Berichtspflichten, etwa nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Und die Mitarbeitenden können Beleuchtung, Raumtemperatur und Sonnenschutz am Rechner oder per MERGENTHALER App an ihre Bedürfnisse anpassen.
„Unsere Lösung kann adaptiv mit zukünftigen und zusätzlichen Technologien erweitert werden. Das MERGENTHALER ist damit fit für die Zukunft“, sagt Jonas Kaufmann, Geschäftsführer von BlueRange.
Über die App lassen sich außerdem Schreibtische, Besprechungsräume und Parkplätze buchen, Zugangsberechtigungen organisieren und Anliegen direkt an Facility- und Property-Management richten. Die digitale Gebäudesteuerung wird so zum Fundament einer Arbeitswelt, in der flexible Grundrisse, Gemeinschaftsflächen und der über 1.000 m² große, intensiv begrünte Skygarden auf dem Dach ihr volles Potenzial entfalten.
Im Showroom des MERGENTHALER stellen WÖHR + BAUER und BlueRange die smarte Gebäudesteuerung live vor. Anhand einer Liveversion zeigt das BlueRange-Team, wie vernetzte Sensorik den Nutzerkomfort steigert und zusammen mit regenerativer Energieerzeugung ein Optimum an CO₂- und Energieeffizienz im Betrieb erreicht. Eingerichtet ist der Showroom mit kreislauffähigen Designklassikern von vitra.circle.
Fotos und Videos: © WÖHR + BAUER

